Einladung zum Zen

Wir sind heute sehr in Gefahr, in der Hektik und dem Leistungsdruck unserer Gesellschaft den natürlichen Bezug zur Umwelt, zu uns selbst und auch zu einem letzten Sein völlig zu verlieren; sogar der religiöse Mensch klagt über die Oberflächlichkeit seines Betens und die geringe Tiefe seines Glaubens. Wir alle brauchen heute mehr denn je eine Hilfe, zu uns selbst zu finden, und es gibt vielerlei Methoden und Wege, die sich anbieten.

Wenn es sich um wahre Wege handelt, so treffen sie sich bei aller Verschiedenheit der Methode je weiter sie zum Wesentlichen vordringen. Von den echten Wegen ist sicher ZEN einer, der auf eine lange Tradition zurückblicken kann und dessen Methode so klar und einfach ist, dass jeder Mensch, egal welchen Alters, welcher Ausbildung, welcher Nationalität und welcher Weltanschauung ihn gehen kann.

Da nicht das theoretische Wissen, sondern die eigene Erfahrung zählt, lernt man ZEN nicht aus Büchern und Vorträgen, sondern erfährt es durch Üben. Dabei ist die wichtigste Praxis das ZAZEN (Sitz-ZEN), ein Sitzen in höchster Versenkung, wobei man sich aber mit keinerlei Gedanken und Inhalten beschäftigt. Dieses ZAZEN kann man nur unter der Anleitung eines Meisters oder erfahrenen Lehrer richtig einüben.

Karl Obermayer

„Zen verkündet von sich selbst, dass es der Geist des Buddhismus ist, in Wirklichkeit ist es der Geist aller Religionen und Philosophien. Wird ZEN im Tiefsten verstanden, so erreicht der Geist den vollkommenen Frieden und der Mensch lebt, wie er leben soll.“

Daisetz T. Suzuki